Traumainstitut

Warum ein Traumainstitut in Marburg? Was treibt mich an, in dem mittelhessischen Universitätsstädtchen ein Institut zu grün-den, obwohl ich schon mehr als genug zu tun habe?

Der Antrieb kommt von daher, dass ich schon seit vielen Jahren mit Traumapatienten arbeite und dabei immer wieder erlebe, wieviel Unwissen bezüglich der Auswirkungen von erlittenen Traumata besteht. Sei es der Lokomotivführer, der den zigsten Selbstmörder überfahren musste, sei es die Frau, die schon als Baby sexuell ausgebeutet wurde, sei es der Mann, der vom Bruder vergewaltigt und vom Vater geprügelt wurde: die Umwelt der Betroffenen reagiert oft mit Unverständnis, warum die Menschen oft noch viel Jahre nach dem erlebten Schrecken noch an den Folgen leiden.

Doch nicht nur die Familien und Freunde der Opfer von Gewalt und Traumata kommen mit der Thematik in Berührung. Poli-zisten leisten Aufklärung nach einer Vergewaltigung, Richter beurteilen Verhalten von Opfern und Tätern, Ärzte müssen Ver-letzungen zuordnen und um die Bedrohlichkeit intimer Situationen im Behandlungsraum wissen. Ich will das Wissen über Psy-chotraumata erweitern, um sensibles und angemessenes Umgehen mit Traumaopfern zu fördern.

Richter und Staatsanwälte sollten wissen, dass inkonsistente Aussagen nicht nur als Lügen betrachtet werden können. Zahn-ärzte sollten sich bewusst sein, dass die Situation auf dem Behandlungsstuhl heftige alte Ängste auslösen kann.

Ich biete Vorträge oder Seminare an, um Ihnen den Zugang zu der schwierigen Thematik zu erleichtern und Ihre Möglich-keiten im Umgang mit PatientInnen oder KollegInnen oder MandantInnen zu erweitern. Für KollegInnen lade ich Fachleute aus dem Bereich Psychotraumatologie ein, z.B. kommt Michaela Huber im Spätsommer zu einem Supervisionstag in meine Praxis (siehe Workshops)